Für einen Aussenstehenden zwar weniger spektakulär als die Hochofenanlage mit flüssigem Eisen, ist die Sinteranlage ein wichtiger technologischer Baustein im Weg vom Reststoff zum Roheisen. Durch die Mischung der unterschiedlichen Reststoffe mit Zuschlagstoffen, Koks und Eisenerzen und das Sintern entsteht überhaupt erst ein verarbeitungsfähiges Ausgangsmaterial für den Hochofenprozeß. Unser Führer bei der Werksbesichtigung sprach mit ziemlicher Hochachtung über die Arbeit seiner Kollegen in der Sinteranlage. Verarbeitet werden in der DK-Sinteranlage hauptsächlich Stahlwerksreststoffe, wie Zunder, Oxigenstaub, Filtertrockenschlamm, Ofenschlamm, Strahlmaterialien, Konverterstaub (Briketts, Pellets), Gichtgasschlamm, usw.
Was ist Sintern? Darunter versteht man das "Stückigmachen" feinkörniger Rohstoffe. Durch Nutzung von festem Brennstoff (Koks) werden die Materialien erhitzt, bis sie weich werden. Dadurch wird das Material zum sogenannten Sinter "verbacken" Sintern = agglomerieren (zusammenballen) Normalerweise werden Rohstoffe der Körnung 0 – ca. 8 mm in Sinteranlagen verarbeitet.
Überblick über die Sinteranlage. Von links nach rechts: Abgasreinigungsanlage, Kamin, Hauptgebäude, Kühlbänder mit "T-Haus", Siebhaus
Auf der Erzlagerkranbahn werden die Rest- und Zuschlagstoffe gelagert. Die Anlieferung erfolgt per LKW oder per Bandanlage von anderen Lagerplätzen aus.
Ein durch die offene Bauweise problematischer Bereich
was Umweltbelastungen durch Staub angeht. Nach meiner ersten Werksbesichtigung
wurde ein Silo für Stäube errichtet, um Reststoffe per Silowagen
anliefern zu können...
... das ich bei meiner zweiten Fototour dann auch fotografieren konnte. Das große rote Gebäude ist der erste Teil der Einhausung der Erzlagerkranbahn.
Per Kran werden die Stoffe dann zum ...
... Mischbunker transportiert, wo sie in Bunkertaschen zwischengelagert und entsprechend der Rezeptur über Wiegeeinrichtungen auf Förderbänder abgegeben werden. Für die Zukunft ist wohl eine komplette Einhausung dieses Bereiches geplant...
... deren ersten Teil man hier schon sehen kann. Das ist übrigens die andere Seite der roten Fassade vom Staubsilofoto oben. Der Mischbunker ist hier bereits überdacht.
Im Hauptgebäude werden die Materialien in einer Trommel gemischt, granuliert und unter Zugabe von Wasser auf den optimalen Feuchtigkeitsgehalt gebracht.
Hier im Hauptgebäude befindet sich das Sinterband. Das
Sintergut wird zwischen einer Boden- und Deckschicht
aufgebracht und im Zündofen gezündet. Den Zündofen kann man im
Hintergrund an dem Glutstreifen erkennen.
Der so entstehende "Sinterkuchen" wird auf dem Band immer weiter geschoben und am Ende durch die Schwerkraft und Brecher in Brocken zerkleinert. Auf dem Foto sieht man die noch teilweise glühende Bruchkante.
Über die ansteigenden, in diese Röhren verpackten, Kühlbänder gehts zum...
... Siebhaus, wo das Sintermaterial nach unterschiedlichen Korngrößen aufgeteilt wird. Zu feines Material wird wieder dem Sinterprozeß zugeführt, zu grobes dient mit als Bodenschicht auf dem Sinterband. Nur mittlere Korngrößen sind für den Hochofenprozeß geeignet und landen entweder auf Halde, oder...
... werden per Bandbrücke rechts direkt zur Hochofenanlage transportiert.
Vorbei an diversen Filteranlagen und der Erzlagerkrahnbahn führt die Bandbrücke zur Möllerung an der Hochofenanlage.
Die hochmoderne Abgasreinigungsanlage (AGRA), macht die Sinteranlage der DK, was die Abgase aus dem Kamin angeht, zur wohl saubersten der Welt...
Mit 256m Höhe war der Sinteranlagen-Kamin lange Zeit einer der höchsten in Europa.